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Teil V - Weihnachtszeit

Hallo liebe Lesenden,

bevor ich für einige Zeit Christchurch verlassen und auf Reisen gehen werde, hier nochmal ein paar Infos zu den Geschehnissen der letzten Wochen...

Im letzten Eintrag hab ich ja bereits anklingen lassen, dass es mich zum Arbeiten weit in den Süden verschlagen hat. Insgesamt war ich dort für 14 Tage an denen jeweils zwischen 8 und 13 Stunden gearbeitet wurde – auch am Wochenende. Viel Freizeit blieb folglich nicht, dennoch war die ganze Geschichte ganz gut um in möglichst kurzer Zeit das Geld für die nächsten Reisen aufzubringen. Ziel des Jobs war es Gas im Untergrund aufzuspüren und zu schauen ob es sich lohnt es abzubauen. Abgesehen vom Chef musste jedoch keiner Ahnung davon haben, worum es bei der ganzen Untersuchung ging bzw. warum was gemacht werden musste.



Unser Arbeitsalltag sah so aus: 3 m tiefe Löcher mit einem Bohrer zu bohren, danach eine ordentliche Ladung TNT in besagte Löcher stopfen, das ganze wieder mit Kies zuzuschütten, 300(!) m lange Kabel von A nach B zu ziehen, kleine Sensoren zur Aufzeichnung der Schwingungen in den Boden zu stecken und anschließend das TNT hochzujagen. Die Konversation mit den ortsansässigen Schafen, Kühen, Rehen und Hasen kam natürlich auch nicht zu kurz. Die Profillinie verlief nämlich über Schaf-, Kuh- und Rehweiden (nennt man das bei Rehen so? Egal, jedenfalls eingezäunte Rehe auf einer Wiese), Äcker, Gorsesträucher (Ulex europaeus - ich bin mir mittlerweile sicher, dass dieses unsägliche Gewächs definitiv die Vorlage für die Dornenhecke bei Dornröschen geliefert haben muss) und zu guter letzt auch noch über einen Fluss erfolgte. 300 m lange Kabel über einen Fluss oder durch Dornensträucher zu legen lässt den Spaßfaktor übrigens schnell in den Keller sinken hab ich festgestellt.

Da ich mit diesem Job mein angezieltes Reisegeld, dass es zu verdienen galt, bereits überschritten hatte und weitere interessante Jobs schnell vergriffen waren bzw.  nicht viel mehr als Unkrautjähten oder 3 Stunden Möbelrücken am anderen Ende der Stadt boten, belies ich es bei dem einen Job.

Die folgenden Wochen hab ich damit zugebracht die Reisen der nächsten Wochen und Monate zu planen und zu organisieren, mich in den Parks der Stadt rumzutrieben, schicke Bücher zu lesen, mich dem kulturellen Teil der Stadt zu widmen, ein abwechslungsreiches Fitnessprogramm aus Joggen, Fußball, Fitnessstudio und Tennis zu absolvieren und die Clubs und Kneipen der Stadt zu erkunden - Zeit für den ein oder anderen Ausflug blieb natürlich auch noch.


Fußball WM der U17 Mädels war übrigens auch in Christchurch, sogar der Franz, unser aller Fußballkaiser war leibhaftig im Stadion!

In Zwischenzeit ist es auch schon recht sommerlich geworden, wobei es schon etwas gewöhnungsbedürftig ist vor dem Weihnachtsstadtbummel daran zu denken die Sonnencreme auch ja nicht zu vergessen bei der dünnen Ozonschicht hier unten. Weihnachtsmann und -bäume gibt es übrigens auch. Letztes Wochenende war großes Weihnachtskonzert – Open-Air im Park, sah aus wie auf einem Festival…

In 2 Tagen kommt ja auch schon meine Freundin vorbei und dann geht die Reise los. Das passende Auto dafür haben wir auch schon. Ein Freund hat mir für die nächsten Wochen seinen Van geliehen, das Gänge schalten artet zwar mitunter in Kraftsport aus, ansonsten ist der alte Knabe jedoch bestens in Schuss…

Ich denk mal, dass dies der letzte Eintrag in diesem Jahr gewesen sein könnte, daher wünsch ich doch einfach schon mal euch allen schöne Weihnachten und einen guten Rutsch! 

5.12.08 01:46


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Teil IV - Vorlesungen vorbei!

Hallo alle miteinander,

nach längerer Abwesenheit mal wieder eine Meldung!

Mir geht´s nach wie vor ganz gut hier, meine Vorlesungen sind seit einer Woche auch schon wieder vorbei. Die letzten Wochen waren hauptsächlich von Hausarbeiten schreiben, Vorträge vorbereiten, Vorträge halten und Poster erstellen geprägt. Also nicht allzu spektakulär, aber arbeitsintensiv (daher auch die lange Blogabstinenz). So viele Texte wie dieses Semester hab ich noch nie lesen müssen.

Dazu kam auch, dass fast alle Arbeiten in die letzten Vorlesungswochen fielen.

Hab aber trotzdem noch Zeit gefunden bei einer Untersuchung vom National Institute of Water and Atmospheric Research mitzumachen: vor 2 Wochen ging es in die Southern Alps um Schneetiefen und-dichten zu messen. Da das Tal so abgelegen ist, erfolgte die Anreise mit Hubschrauber, was natürlich auch mal nett war.


Dort angekommen hab ich dann mit meinen Gruppenmitgliedern, einem Kiwi und einem Isländer (im Übrigen den ersten den ich je getroffen hab), 7 Stunden wie die Weltmeister gemessen ehe uns der Hubschrauber wieder abgeholt hat.


Zwar gab es keine Bezahlung, aber immerhin einen kostenlosen Hubschrauberflug plus Unterkunft und Futter. Da die anderen geplanten Exkursionen alle wegen schlechten Wetters abgesagt werden mussten, war das eine gute Gelegenheit dann doch noch einmal in die Berge zu kommen.


Außerdem hoffe ich die nächsten Wochen auch etwas zum Geldverdienen zu kommen, da ich seit 3 Wochen stolzer Besitzer einer Arbeitserlaubnis bin. Die nächsten 10 Tage geht es dafür erst einmal für seismische Untersuchungen weit in den Süden der Südinsel. Da werden dann ein paar Kabel verlegt, Geophone aufgebaut und zu guter letzt zwischendurch immer mal wieder ein paar Sprengungen durchgeführt.

Mal sehen was die Wochen danach bringen werden. Ich werde versuchen noch ein paar Jobs beim Obstpflücken, im Verkauf o.ä. zu finden. In 6 Wochen bekomm ich dann ja auch schon Besuch und dann wird Neuseeland unsicher gemacht.

Meinen Rückflug habe ich mittlerweile auch gebucht. Anfang März geht´s auf nach San Francisco, wo ich ein paar Tage Zeit habe um mir Kalifornien anzuschauen, ehe es von LA aus weiter geht um dann am 21.3. wieder in Deutschland zu landen.

Weitere Reiseziele für Januar und Februar sind Australien und eventuell auch noch die Südsee. Ich habe also noch viel vor, weshalb ich mich auch langsam auf den Weg machen sollte um nicht zu spät zur Arbeit zu kommen; muss ja bis dahin noch Geld verdienen.

So, ich denke das war jetzt erst einmal das wichtigsteAch so, der Frühling ist mittlerweile auch angekommen, wie man sieht. Hier noch ein Bild von letzten Wochenausflug nach Akaroa.


Beste Grüße aus Neuseeland und bis die Tage

27.10.08 23:12


TEIL III - Ferien

Hallo alle zusammen,

nachdem mittlerweile schon die Halbzeitmarke meiner Studienzeit hier erreicht ist, werde ich von den Geschehnissen der letzten Wochen berichten. Nach 6 Wochen mit Lehrveranstaltungen gab es erst einmal 2 Wochen Ferien. Morgen beginnen die zweiten 6 Wochen Veranstaltungen bevor im Anschluss die Prüfungszeit ansteht. Meine letzte Prüfung findet am 31. Oktober statt und im Anschluss hab ich dann, worauf ich vor ein paar Tagen aufmerksam gemacht wurde, 5 Monate lang keine Uni!

 

Die letzten beiden Ferienwochen bin ich ganz gut im Lande herumgekommen. In der ersten Woche hab ich mir zusammen mit David, einem anderen Deutschen, der hier ein Semester studiert, für 5 Tage einen Campervan ausgeliehen. Da es hier zurzeit ja temperaturmäßig meist noch recht frisch ist und die meisten Touris die Nächte nicht im kalten Van verbringen wollen, sind die Vans spottbillig zu haben. Insgesamt haben wir für die 5 Tage Ausleihe gerade einmal 60 Euro bezahlt. Nicht schlecht sag ich da mal.

 

 Wir schnappten uns also besagtes Geschoss, stellten relativ schnell fest, dass man zum Geradeausfahren gegensteuern muss und düsten damit 1650 km über die Südinsel. Los ging alles - wie so oft - im Regen. Zunächst fuhren wir von Christchurch Richtung Süden in die zweitgrößte Stadt der Insel, Dunedin. Nach einem ersten (Parkplatz)-Essen begaben wir uns auf die Schlafplatzsuche und landeten in einer Nebenstraße direkt im Stadtzentrum.

Am nächsten Tag führte unser Weg so lange Richtung Süden bis es nicht mehr weiter ging. Am späten Nachmittag schauten wir uns vor der nächsten Nachtquartiersuche noch die Matai-Wasserfälle an. Wir stellten also unseren Van ab und begaben uns auf den rund 30 minütigen Weg…

 

Catlins

Dummerweise hatte ich, wie sich nach besagten 30 Minuten herausstellte, vergessen das Licht am Van auszumachen. Der Motor sprang nämlich nicht mehr an. Die Batterie war leer; offensichtlich etwas empfindlich die gute.

Und das Ganze passierte uns ausgerechnet mitten in den Catlins, wo es wunderschön aber mindestens genauso dünn besiedelt ist. Glücklicherweise trafen wir ein paar Amis, die sich auch die Wasserfälle angesehen hatten. Hilfsbereit zögerten sie nicht lang und nachdem wir rund zehn Minuten die dämliche Batterie gesucht hatten wurden die Starterkabel angeschlossen! Leise Zweifel meinerseits, ob das denn wirklich die Batterie sei wurden einhellig abgewiesen. Jedenfalls passierte nicht viel. Obwohl das stimmt so nicht, zwar sprang der Motor nicht an, dafür gab es jede menge Funken und der Motor der Amis begann zu qualmen. Das wurde denen dann doch etwas unheimlich und sie fuhren weiter. Wir rollten indessen den Berg hinab, wo wir tatsächlich ein bewohntes Haus antrafen. Wir riefen also von dort (unsere Handys hatten natürlich keinen Empfang) den Pannenservice an. Dieser traf dann auch nach rund 90 Minuten ein, zeigte uns die Batterie, teilte uns mit wir hätten versucht die Klimaanlage zu laden und schon lief der Wagen wieder…

Die Nacht verbrachten wir nach einiger Fahrt über von dichtem Dickicht gesäumten Straßen im Van am Strand der Tautuku Bay. Sehr schick!

 

Tautuku Bay von oben

Am dritten Tag verließen wir dann die Küste, samt angrenzendem Auenland und begaben uns in Richtung Neuseeländische Alpen.

 

Auenland

Am Abend gönnten wir uns mal eine Dusche und parkten über Nacht auf einem Campingplatz mit grandioser Aussicht auf Lake Wanaka.

 

Lake Wanaka

Weiter ging es am nächsten Morgen durch die Berge zu Lake Pukaki und dem größten Berg des Landes, Mt. Cook (3754 m). An den Hängen des Mt. Cook bahnt sich der Tasman Glacier, seines Zeichens ebenfalls der größte des Landes, seinen Weg ins Tal. Vor dem Gletscher bildete sich in den letzten Jahren ein Schmelzwassersee in dem sich häusergroße Eisblöcke befinden. Sah ein bißchen aus wie in der Antarktis.

Tasman Glacier

 

Am fünften Tag machten wir uns mit ein paar Zwischenstopps samt Wanderungen wieder auf in Richtung Christchurch und kamen dort am 29.8. wieder an.

 

In der zweiten Ferienwoche sollte eigentlich noch eine fünftägige Exkursion zu dem Franz-Josef-Gletscher an der Westküste stattfinden. Zwar waren wir dort, mussten aber bereits am dritten Tag unverrichteter Dinge wieder abziehen, da es wie in Strömen regnete und an Arbeit nicht zu denken war. So kamen wir zu nicht viel mehr als jeweils Franz Josef- und Fox-Glacier einen kurzen Besuch abzustatten und die Dinge aus gesicherter Entfernung zu betrachten. In den drei Tagen die wir dort waren regnete es ohne eine einzige Unterbrechung wie aus Eimern. Es gab rund 300 mm Niederschlag, was selbst für die Westküste sehr viel ist und ungefähr dem halben Jahresniederschlag Leipzigs entspricht. Dementsprechend gut gefüllt  waren dann auch die Flüsse.

 

gut gefüllter Fluss

Um zu den Gletschern zu gelangen hätten wir durch die zahlreichen Ströme, die sich im Gletschervorfeld bildeten, durchschwimmen müssen. So blieb uns nichts anderes übrig, als die Exkursion abzubrechen.

Auf der Rückfahrt von der mit Regenwald bestandenen Westküste durch die Berge ließ der Regen allmählich nach. Um auf der Ostseite des Alpenkamms ganz aufzuhören; gleichzeitig ging der Regenwald recht schnell in Steppenvegetation über. Unglaubliche Unterschiede im Naturraum auf so kurzer Distanz. Kurz vor Christchurch hielt uns dann noch die Polizei an, Frau Professor am Steuer hatte es etwas zu eilig wieder in die Heimat zu kommen und war etwas zu schnell unterwegs.

 

Heute begann die zweite Hälfte der Vorlesungsperiode, die wiederum viel Arbeit und weniger Freizeit mit sich bringen wird. Aber danach hab ich ja wie gesagt lange Zeit frei. Außerdem hab ich immer noch nicht ganz die Hoffnung aufgegeben, dass allmählich der Frühling Einzug hält. Nächsten Freitag geht es dann zum Disturbed-Konzert, das wird ein Spaß.

 

Bis die Tage und Grüße aus dem Land der langen weißen Wolke!

8.9.08 09:33


Teil II - die ersten Wochen

Hallo liebe Leute,

Nachdem ich mittlerweile 4 Wochen Studium hinter mir habe, werd ich mal einen kleinen Abriss der Anfangszeit geben…

 

Im Hostel angekommen versuchte ich erst einmal Kontakt zu den Backpackern aus aller Herren Länder (wie ich dachte) herzustellen. Also ging ich in die Lounge des Hostels und fing fein artig an die Leute auf Englisch anzusprechen – logisch. Nach den ersten Worten stellte sich jedoch heraus, dass alle sechs Leute im Raum aus Deutschland kamen und man sich auch ruhig auf Deutsch unterhalten könne.

Und so erging es mir nicht nur im Hostel, sondern auch an der Uni. Zur Einführungsveranstaltung für die neuen internationalen Studenten in einem Hörsaal mit vielleicht 300 Leuten setzte ich mich natürlich direkt neben jemanden von der Uni Leipzig. Mittlerweile habe ich schon Leute aus Leipzig, Jena, Erfurt, Halle und Chemnitz kennengelernt um nur einmal den näheren Umkreis zu nennen. Wirklich überall Deutsche!

 

Nachdem ich 10 Tage im Hostel gewohnt habe beschloss ich dem Leben aus dem Koffer oder vielmehr Rucksack zunächst ein Ende zu bereiten. Seitdem wohne ich, voraussichtlich bis Dezember, in einem recht ruhigen Wohnviertel, von dem aus man in 15 Minuten mit dem Fahrrad auf dem Campus ist. Mein Heim ist ein kleines eingeschossiges Häuschen (eher eine Wohnung), wo ich bei zwei jungen Neuseeländern zur Untermiete untergekommen bin.


Christchurch-Video

In der Zwischenzeit habe ich auch schon  4 Wochen Studium an der University of Canterbury hinter mir. Dabei fällt auf, dass sich das Studium hier in machen Dingen doch sehr von dem in Deutschland unterscheidet. Ich besuche hier 3 Kurse, die insgesamt 7 Zeitstunden Veranstaltungen in der Uni zur Folge haben, was genau dem empfohlenen Arbeitspensum für ein Semester entspricht. Ziemlich wenig mag man anfangs denken, doch die Zeit, die man weniger in Veranstaltungen sitzt, verbringt man dann damit permanent verschiedene Aufgaben zu erarbeiten, die im gesamten dann die Endnote ausmachen, u.a. wird auf mich in den nächsten Wochen zukommen: Grundwasserproben von Christchurch nehmen und im Isotopenlabor analysieren um dadurch Rückschlüsse auf Grundwasserströme in den verschiedenen Grundwasserleitern der Stadt zu gewinnen, Daten zu Gletschermassenbilanzen für 50 neuseeländische Gletschern für die vergangenen 40 Jahre auswerten, 5 Tage an den Franz-Josef-Gletscher fahren und Messungen durchführen etc. pp.

Außerdem muss man noch ziemlich viel lesen. Diese Woche durfte ich sage und schreibe 10 (in Worten: zehn)  verschiedene Artikel lesen, verstehen und zusammenfassen. Mein bevorzugter Aufenthaltsort der letzten Tage war also die Bibliothek Was für ein Spaß!

 

IM PARK

 

Doch auch abseits des Unilebens fällt so Einiges auf:

Äußerst interessant gestaltet sich nämlich auch die Kleidungswahl so mancher Kiwis. Bei Temperaturen um die 5°C, bei denen sich die deutsche Fraktion in warme Winterkleidung hüllt, läuft der Kiwi teilweise in Flipflops, kurzer Hose und dünner Jacke herum. Verrückt! Die Temperaturen sind hier in diesen Wochen mit denen Deutschlands im März zu vergleichen, allerdings mit wesentlich mehr Regen! Die meisten Neuseeländer sind im Übrigen auch beim Heizen sehr sparsam. Zentralheizung gibt es nicht, in den bewohnten Räumen stehen dann Wärmepumpen oder kleine Heizer, wie ich einen habe. So kommt es nach einer kalten Nacht schon mal vor, dass ich morgens in die Küche gehe und mein Atem kondensiert. Sehr spannend, muss ich sagen.

 

Der Alkoholgenuss ist auch etwas anders getimt: die Leute fangen hier schon um 6 an zu trinken und können dann gegen 10 nur noch mit Mühe stehen. Aber diese Tatsache ruft gelegentlich andere (im Nachhinein)witzige Ereignisse hervor. Nachdem man uns eines Freitag abends um 1 Uhr aus einem Studentenclub gebeten hat (Bier gab´s nur bis um 12), es sei ja schließlich schon spät, dachten wir uns, lass uns doch zu Danny ins Wohnheim gehen, das nicht so weit weg und wir können den Abend bei ein paar Bierchen gemütlich ausklingen lassen. Gesagt – getan. So saßen wir also beisammen und tranken erst ein Bier und dann noch eines. Also eigentlich ein ganz normaler Freitagabend ohne besondere Vorkommnisse bis – ja bis – einer Dannys Mitbewohner aus Papua-Neuguinea auf die Idee kam noch etwas zu essen und die Mikrowelle anschmiss. Wir saßen also auf der Couch und erzählten über Dies und über Jenes. Nachdem die Mikrowelle knapp eine halbe Stunde lief, wurden wir jedoch langsam skeptisch. Der hungrige Mitbewohner offensichtlich auch, denn er machte sich auf Richtung Essensquelle. Beim Öffnen der Mikrowelle durchflutete plötzlich erbärmlich stinkender, beißender Rauch die gesamte Küche. Wir sahen uns zunächst ungläubig an – halb erstaunt dass der Rauchmelder nicht ansprang, halb verwundert was das wohl einmal gewesen sei, dass solchen Rauch verursachen kann. Um einer Rauchvergiftung zu entgehen flüchteten wir im Anschluss für die nächsten Minuten auf den Balkon. Nach einiger Zeit kam das Problem zum Vorschein: der nette Kerl hatte doch tatsächlich einen Maiskolben eine halbe Stunde lang in der Mikrowelle(!!!), deren Funktion er möglicherweise mit der eines Ofens verwechselte, gebrutzelt. Na ja, man lernt halt nie aus…

 

Weiterhin fällt auf, dass der Neuseeländer an sich sein Auto schon sehr lieb hat. So lieb, dass es am helllichten Tag bei einem halbstündigen Gang durch die Nachbarschaft passieren kann, nicht einem einzigen anderen Fußgänger zu begegnen. Auch Fahrradfahrer gehören hier eher zu einer von Autofahrern teilweise nicht bemerkten Randgruppe, so dass es, betrachtet man den Fahrstil der meisten Autofahrer, durchaus Sinn machte eine Helmpflicht für alle Radfahrer einzuführen. Also hab ich mir eines Sonntags auf dem Markt neben meinem neuen, gebrauchten Fahrrad auch gleich noch einen schicken Helm kaufen dürfen.

Recht interessant ist auch die Preisgestaltung. Fast alle Nahrungsmittel (speziell Käse!) sind, verglichen mit deutschen Verhältnissen, wahnsinnig teuer. Salatgurken beispielsweise, sind nicht unter 2 Euro zu haben. Auf der anderen Seite überkommt dem einen oder anderen Bekleidungsladen scheinbar von Zeit zu Zeit das dringende Bedürfnis sein Inventar zu absoluten Schleuderpreisen zu veräußern. So hab ich mir in den ersten Wochen, erstmal ein nettes 10teiliges Outdoorequipment zugelegt, wofür ich in Deutschland vermutlich ein halbes Vermögen hätte ausgeben müssen.

 

BANKS PENINSULA

 

Neu ausgestattet wurden dann auch die ersten Ausflüge in Angriff genommen! Für die ortskundigen sei gesagt, dass wir bisher zur Banks Peninsula gefahren sind. Das ist eine schöne Halbinsel in direkter Nähe zu Christchurch, deren Zentrum zwei eingestürzte, ehemalige Vulkankrater bilden(siehe Bild oben). Der erste längere Trip ging mit dem Zug (siehe Bild unten) durch die neuseeländischen Alpen (sehr spektakulär: schneebedeckte Gipfel, tiefe Täler mit weit verzweigten Flüssen, schöne Moore, Regenwald etc.) an die Westküste.

 

ALPEN

So weit, so gut!

Ich verabschiede mich für´s Erste…

Bis die Tage

8.8.08 11:10


Hallo...

alle miteinander…

 

wie ich in den letzten Wochen feststellen durfte, herrscht offensichtlich ein reges Interesse vor, Neuigkeiten aus dem Land der Kiwis, Schafe und Filmkulissen zu erfahren. Dem möchte ich hiermit Genüge tun. An dieser Stelle werde ich euch in den nächsten Monaten, so gut es mein Zeitbudget zulässt, über die neuesten Geschehnisse Downunder in Kenntnis setzen.

 

Da seit meiner Abreise bereits wieder einige Zeit ins Land gestrichen ist, ein kleiner Rückblick auf die etwas holprige Anreise:

 

Teil I – die Anreise

Los ging alles am 3. Juli als ich mich von Leipzig nach Frankfurt aufmachte um über London, Hongkong und Auckland nach Christchurch zu gelangen. Bis Frankfurt hat auch noch alles einwandfrei geklappt, doch das sollte sich ändern….

Beim Check-In in Frankfurt teilte mir das freundliche Lufthansapersonal mit, dass ich zwar ein gültiges Ticket habe, dies jedoch unglücklicherweise nicht im System zu finden sei, weshalb ich auch nicht starten könne.


Nach einigen vergeblichen Anrufen des Servicepersonals an allen denkbaren Anlaufstellen am Flughafen, kam man auf die Idee mich zum Serviceschalter von Air New Zealand zu schicken. Dumm nur, dass sich der nächste in London befindet, weshalb auch das keinen Ausweg darstellte. Schließlich sagte man mir, ich solle zum Ticketschalter gehen und mir am besten ein neues Ticket, zumindest bis nach London, kaufen. Also ging ich zum Ticketschalter.

Nach einer gefühlten Ewigkeit voller Diskussionen und ergebnisloser Telefonate des Ticketverkäufers, schlug plötzlich doch noch eine kompetente Person auf, die dafür sorgte dass schnellstmöglich ein Notticketverfahren durchgeführt wurde, denn die Zeit verrann und ich hatte noch nicht einmal eingecheckt. Mit meinem Notticket bewaffnet, nahm ich also beide Beine in die Hände und hastete durch Check-In und Sicherheitskontrollen und schaffte den Flieger letztlich doch noch…


Ebenfalls äußerst amüsant gestaltete sich die Ursachenforschung: Da das Lufthansapersonal meinte, Air New Zealand, die ohnehin immer etwas träge wäre, habe das Ticket nicht überschrieben, ging ich also in London zu Air New Zealand und fragte was da denn schief gelaufen sei. Der nette Herr von Air New Zealand ließ sich jedoch gar nicht aus der Ruhe bringen, gab mir mein Ticket nach Hongkong und sagte, das läge wohl an STATravel, mit denen habe man immer mal Probleme. Also wendete ich mich später an STATravel um den Fehler zu finden, dort teilte man mir mit, dass sie bereits vor 5 Monaten alle Tickets an die Fluggesellschaften geschickt hätten und gar nicht verstehen könnten, wieso Lufthansa mir gegenüber falsche Angaben macht. Damit war ich wieder beim Anfang und immer noch nicht schlauer. Ich bin gespannt auf den Rückflug.

 

Sicher in London gelandet, machte ich mich auf zum Flieger nach Hongkong. Da diesmal mein Ticket auch im System vorhanden war, hatte ich auch ohne weiteres Zugang zu meinem Flugzeug. Nachdem alle knapp 400 Passagiere Platz genommen hatten, ging es jedoch irgendwie nicht recht voran. 60 Minuten nach dem planmäßigen Start, kam dann die Durchsage dass es Probleme mit dem Tank gäbe und man heut definitiv nicht mehr starten wird. Nun war Improvisationsgeschick gefragt! Schließlich war es bereits 22 Uhr und alle Passagiere (400) mussten im Hotel untergebracht werden. Dies gelang sogar, unglücklicherweise war es da schon 0:30 Uhr und im Hotel war logischerweise Küchenschluss. So ging ich also hungrig zu Bett und versuchte erst einmal gut in meinem 209 £-Zimmer zu schlafen.

Der nächste Tag verlief problemlos, ich saß im Flugzeug nach Hongkong, wo ich für 2 Tage einen Zwischenstopp einlegte. Als die Sonne langsam aufging, überflogen wir gerade die Wüste Gobi und später noch den Rand des Himalayas – Wahnsinnsaussicht!   

 

Beim ersten Schritt aus dem Terminal in Hongkong, dachte ich zunächst neben mir steht irgendwer und wedelt mir heiße, feuchte Luft zu. Da war aber niemand, schließlich bin ich in den Tropen und es ist Sommer und Sommer ist Regenzeit. Vollkommen durchgeschwitzt (ich hatte 35 kg Gepäck) kam ich dann im Hostel an. Mein Zimmer hatte ungefähr die Größe meiner Abstellkammer in Leipzig. Aber es war ein Einzelzimmer mit Klimaanlage, also war ich zufrieden.

Beim Laufen durch die anliegenden Viertel umgaben mich neben zahllosen kleinen Chinesen, auch für europäische Nasen äußerst gewöhnungsbedürftige Essensgerüche und ich erinnerte mich plötzlich an einen Spruch aus meinem Reiseführer über die Hongkonger Küche: Man esse alles, so stand dort, was vier Beine habe außer Tischen, alles was fliegen könne außer Flugzeugen und alles was schwimmen könne außer Schiffen. Und genauso roch es.

 

Abgesehen von den Gerüchen war Hongkong aber ein absolut lohnenswertes Erlebnis. Die ganze Größe der Stadt zeigte sich mir am nächsten Tag beim Blick vom höchsten Berg der Stadt. Wie schon erwähnt ist ja Sommer und Sommer ist Regenzeit und was das in den Tropen bedeutet, durfte ich dann auf dem Gipfelrundweg just in dem Moment als ich am weitesten vom Startpunkt entfernt war (20 Fußminuten) live miterleben. Es goss wie aus Eimern und ich wurde nass bis auf die Knochen. Aber was soll´s, auch das muss man mal miterleben.

 

Von Hongkong aus ging es via Auckland weiter nach Christchurch, wo ich für die nächsten Monate studieren werde. Der Anflug auf die Südinsel Neuseelands war wiederum grandios: mitten Im Pazifik diese Insel mit schneebedeckten Gipfeln! Aus dem Flugzeug ausgestiegen musste ich mich erst einmal an den Temperaturunterschied gewöhnen, denn hier ist gegenwärtig ja Winter und da ist es kalt. Am Flughafen erwartete mich dann Victor, ein von der Uni bezahlter Taxifahrer, der mich aufsammelte und ins Hostel fuhr, wo ich für die nächsten 10 Tage bleiben sollte…

 

mehr über die ersten Tage in Neuseeland das nächste Mal, bis dahin


22.7.08 15:36





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