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Teil II - die ersten Wochen

Hallo liebe Leute,

Nachdem ich mittlerweile 4 Wochen Studium hinter mir habe, werd ich mal einen kleinen Abriss der Anfangszeit geben…

 

Im Hostel angekommen versuchte ich erst einmal Kontakt zu den Backpackern aus aller Herren Länder (wie ich dachte) herzustellen. Also ging ich in die Lounge des Hostels und fing fein artig an die Leute auf Englisch anzusprechen – logisch. Nach den ersten Worten stellte sich jedoch heraus, dass alle sechs Leute im Raum aus Deutschland kamen und man sich auch ruhig auf Deutsch unterhalten könne.

Und so erging es mir nicht nur im Hostel, sondern auch an der Uni. Zur Einführungsveranstaltung für die neuen internationalen Studenten in einem Hörsaal mit vielleicht 300 Leuten setzte ich mich natürlich direkt neben jemanden von der Uni Leipzig. Mittlerweile habe ich schon Leute aus Leipzig, Jena, Erfurt, Halle und Chemnitz kennengelernt um nur einmal den näheren Umkreis zu nennen. Wirklich überall Deutsche!

 

Nachdem ich 10 Tage im Hostel gewohnt habe beschloss ich dem Leben aus dem Koffer oder vielmehr Rucksack zunächst ein Ende zu bereiten. Seitdem wohne ich, voraussichtlich bis Dezember, in einem recht ruhigen Wohnviertel, von dem aus man in 15 Minuten mit dem Fahrrad auf dem Campus ist. Mein Heim ist ein kleines eingeschossiges Häuschen (eher eine Wohnung), wo ich bei zwei jungen Neuseeländern zur Untermiete untergekommen bin.


Christchurch-Video

In der Zwischenzeit habe ich auch schon  4 Wochen Studium an der University of Canterbury hinter mir. Dabei fällt auf, dass sich das Studium hier in machen Dingen doch sehr von dem in Deutschland unterscheidet. Ich besuche hier 3 Kurse, die insgesamt 7 Zeitstunden Veranstaltungen in der Uni zur Folge haben, was genau dem empfohlenen Arbeitspensum für ein Semester entspricht. Ziemlich wenig mag man anfangs denken, doch die Zeit, die man weniger in Veranstaltungen sitzt, verbringt man dann damit permanent verschiedene Aufgaben zu erarbeiten, die im gesamten dann die Endnote ausmachen, u.a. wird auf mich in den nächsten Wochen zukommen: Grundwasserproben von Christchurch nehmen und im Isotopenlabor analysieren um dadurch Rückschlüsse auf Grundwasserströme in den verschiedenen Grundwasserleitern der Stadt zu gewinnen, Daten zu Gletschermassenbilanzen für 50 neuseeländische Gletschern für die vergangenen 40 Jahre auswerten, 5 Tage an den Franz-Josef-Gletscher fahren und Messungen durchführen etc. pp.

Außerdem muss man noch ziemlich viel lesen. Diese Woche durfte ich sage und schreibe 10 (in Worten: zehn)  verschiedene Artikel lesen, verstehen und zusammenfassen. Mein bevorzugter Aufenthaltsort der letzten Tage war also die Bibliothek Was für ein Spaß!

 

IM PARK

 

Doch auch abseits des Unilebens fällt so Einiges auf:

Äußerst interessant gestaltet sich nämlich auch die Kleidungswahl so mancher Kiwis. Bei Temperaturen um die 5°C, bei denen sich die deutsche Fraktion in warme Winterkleidung hüllt, läuft der Kiwi teilweise in Flipflops, kurzer Hose und dünner Jacke herum. Verrückt! Die Temperaturen sind hier in diesen Wochen mit denen Deutschlands im März zu vergleichen, allerdings mit wesentlich mehr Regen! Die meisten Neuseeländer sind im Übrigen auch beim Heizen sehr sparsam. Zentralheizung gibt es nicht, in den bewohnten Räumen stehen dann Wärmepumpen oder kleine Heizer, wie ich einen habe. So kommt es nach einer kalten Nacht schon mal vor, dass ich morgens in die Küche gehe und mein Atem kondensiert. Sehr spannend, muss ich sagen.

 

Der Alkoholgenuss ist auch etwas anders getimt: die Leute fangen hier schon um 6 an zu trinken und können dann gegen 10 nur noch mit Mühe stehen. Aber diese Tatsache ruft gelegentlich andere (im Nachhinein)witzige Ereignisse hervor. Nachdem man uns eines Freitag abends um 1 Uhr aus einem Studentenclub gebeten hat (Bier gab´s nur bis um 12), es sei ja schließlich schon spät, dachten wir uns, lass uns doch zu Danny ins Wohnheim gehen, das nicht so weit weg und wir können den Abend bei ein paar Bierchen gemütlich ausklingen lassen. Gesagt – getan. So saßen wir also beisammen und tranken erst ein Bier und dann noch eines. Also eigentlich ein ganz normaler Freitagabend ohne besondere Vorkommnisse bis – ja bis – einer Dannys Mitbewohner aus Papua-Neuguinea auf die Idee kam noch etwas zu essen und die Mikrowelle anschmiss. Wir saßen also auf der Couch und erzählten über Dies und über Jenes. Nachdem die Mikrowelle knapp eine halbe Stunde lief, wurden wir jedoch langsam skeptisch. Der hungrige Mitbewohner offensichtlich auch, denn er machte sich auf Richtung Essensquelle. Beim Öffnen der Mikrowelle durchflutete plötzlich erbärmlich stinkender, beißender Rauch die gesamte Küche. Wir sahen uns zunächst ungläubig an – halb erstaunt dass der Rauchmelder nicht ansprang, halb verwundert was das wohl einmal gewesen sei, dass solchen Rauch verursachen kann. Um einer Rauchvergiftung zu entgehen flüchteten wir im Anschluss für die nächsten Minuten auf den Balkon. Nach einiger Zeit kam das Problem zum Vorschein: der nette Kerl hatte doch tatsächlich einen Maiskolben eine halbe Stunde lang in der Mikrowelle(!!!), deren Funktion er möglicherweise mit der eines Ofens verwechselte, gebrutzelt. Na ja, man lernt halt nie aus…

 

Weiterhin fällt auf, dass der Neuseeländer an sich sein Auto schon sehr lieb hat. So lieb, dass es am helllichten Tag bei einem halbstündigen Gang durch die Nachbarschaft passieren kann, nicht einem einzigen anderen Fußgänger zu begegnen. Auch Fahrradfahrer gehören hier eher zu einer von Autofahrern teilweise nicht bemerkten Randgruppe, so dass es, betrachtet man den Fahrstil der meisten Autofahrer, durchaus Sinn machte eine Helmpflicht für alle Radfahrer einzuführen. Also hab ich mir eines Sonntags auf dem Markt neben meinem neuen, gebrauchten Fahrrad auch gleich noch einen schicken Helm kaufen dürfen.

Recht interessant ist auch die Preisgestaltung. Fast alle Nahrungsmittel (speziell Käse!) sind, verglichen mit deutschen Verhältnissen, wahnsinnig teuer. Salatgurken beispielsweise, sind nicht unter 2 Euro zu haben. Auf der anderen Seite überkommt dem einen oder anderen Bekleidungsladen scheinbar von Zeit zu Zeit das dringende Bedürfnis sein Inventar zu absoluten Schleuderpreisen zu veräußern. So hab ich mir in den ersten Wochen, erstmal ein nettes 10teiliges Outdoorequipment zugelegt, wofür ich in Deutschland vermutlich ein halbes Vermögen hätte ausgeben müssen.

 

BANKS PENINSULA

 

Neu ausgestattet wurden dann auch die ersten Ausflüge in Angriff genommen! Für die ortskundigen sei gesagt, dass wir bisher zur Banks Peninsula gefahren sind. Das ist eine schöne Halbinsel in direkter Nähe zu Christchurch, deren Zentrum zwei eingestürzte, ehemalige Vulkankrater bilden(siehe Bild oben). Der erste längere Trip ging mit dem Zug (siehe Bild unten) durch die neuseeländischen Alpen (sehr spektakulär: schneebedeckte Gipfel, tiefe Täler mit weit verzweigten Flüssen, schöne Moore, Regenwald etc.) an die Westküste.

 

ALPEN

So weit, so gut!

Ich verabschiede mich für´s Erste…

Bis die Tage

8.8.08 11:10


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