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TEIL III - Ferien

Hallo alle zusammen,

nachdem mittlerweile schon die Halbzeitmarke meiner Studienzeit hier erreicht ist, werde ich von den Geschehnissen der letzten Wochen berichten. Nach 6 Wochen mit Lehrveranstaltungen gab es erst einmal 2 Wochen Ferien. Morgen beginnen die zweiten 6 Wochen Veranstaltungen bevor im Anschluss die Prüfungszeit ansteht. Meine letzte Prüfung findet am 31. Oktober statt und im Anschluss hab ich dann, worauf ich vor ein paar Tagen aufmerksam gemacht wurde, 5 Monate lang keine Uni!

 

Die letzten beiden Ferienwochen bin ich ganz gut im Lande herumgekommen. In der ersten Woche hab ich mir zusammen mit David, einem anderen Deutschen, der hier ein Semester studiert, für 5 Tage einen Campervan ausgeliehen. Da es hier zurzeit ja temperaturmäßig meist noch recht frisch ist und die meisten Touris die Nächte nicht im kalten Van verbringen wollen, sind die Vans spottbillig zu haben. Insgesamt haben wir für die 5 Tage Ausleihe gerade einmal 60 Euro bezahlt. Nicht schlecht sag ich da mal.

 

 Wir schnappten uns also besagtes Geschoss, stellten relativ schnell fest, dass man zum Geradeausfahren gegensteuern muss und düsten damit 1650 km über die Südinsel. Los ging alles - wie so oft - im Regen. Zunächst fuhren wir von Christchurch Richtung Süden in die zweitgrößte Stadt der Insel, Dunedin. Nach einem ersten (Parkplatz)-Essen begaben wir uns auf die Schlafplatzsuche und landeten in einer Nebenstraße direkt im Stadtzentrum.

Am nächsten Tag führte unser Weg so lange Richtung Süden bis es nicht mehr weiter ging. Am späten Nachmittag schauten wir uns vor der nächsten Nachtquartiersuche noch die Matai-Wasserfälle an. Wir stellten also unseren Van ab und begaben uns auf den rund 30 minütigen Weg…

 

Catlins

Dummerweise hatte ich, wie sich nach besagten 30 Minuten herausstellte, vergessen das Licht am Van auszumachen. Der Motor sprang nämlich nicht mehr an. Die Batterie war leer; offensichtlich etwas empfindlich die gute.

Und das Ganze passierte uns ausgerechnet mitten in den Catlins, wo es wunderschön aber mindestens genauso dünn besiedelt ist. Glücklicherweise trafen wir ein paar Amis, die sich auch die Wasserfälle angesehen hatten. Hilfsbereit zögerten sie nicht lang und nachdem wir rund zehn Minuten die dämliche Batterie gesucht hatten wurden die Starterkabel angeschlossen! Leise Zweifel meinerseits, ob das denn wirklich die Batterie sei wurden einhellig abgewiesen. Jedenfalls passierte nicht viel. Obwohl das stimmt so nicht, zwar sprang der Motor nicht an, dafür gab es jede menge Funken und der Motor der Amis begann zu qualmen. Das wurde denen dann doch etwas unheimlich und sie fuhren weiter. Wir rollten indessen den Berg hinab, wo wir tatsächlich ein bewohntes Haus antrafen. Wir riefen also von dort (unsere Handys hatten natürlich keinen Empfang) den Pannenservice an. Dieser traf dann auch nach rund 90 Minuten ein, zeigte uns die Batterie, teilte uns mit wir hätten versucht die Klimaanlage zu laden und schon lief der Wagen wieder…

Die Nacht verbrachten wir nach einiger Fahrt über von dichtem Dickicht gesäumten Straßen im Van am Strand der Tautuku Bay. Sehr schick!

 

Tautuku Bay von oben

Am dritten Tag verließen wir dann die Küste, samt angrenzendem Auenland und begaben uns in Richtung Neuseeländische Alpen.

 

Auenland

Am Abend gönnten wir uns mal eine Dusche und parkten über Nacht auf einem Campingplatz mit grandioser Aussicht auf Lake Wanaka.

 

Lake Wanaka

Weiter ging es am nächsten Morgen durch die Berge zu Lake Pukaki und dem größten Berg des Landes, Mt. Cook (3754 m). An den Hängen des Mt. Cook bahnt sich der Tasman Glacier, seines Zeichens ebenfalls der größte des Landes, seinen Weg ins Tal. Vor dem Gletscher bildete sich in den letzten Jahren ein Schmelzwassersee in dem sich häusergroße Eisblöcke befinden. Sah ein bißchen aus wie in der Antarktis.

Tasman Glacier

 

Am fünften Tag machten wir uns mit ein paar Zwischenstopps samt Wanderungen wieder auf in Richtung Christchurch und kamen dort am 29.8. wieder an.

 

In der zweiten Ferienwoche sollte eigentlich noch eine fünftägige Exkursion zu dem Franz-Josef-Gletscher an der Westküste stattfinden. Zwar waren wir dort, mussten aber bereits am dritten Tag unverrichteter Dinge wieder abziehen, da es wie in Strömen regnete und an Arbeit nicht zu denken war. So kamen wir zu nicht viel mehr als jeweils Franz Josef- und Fox-Glacier einen kurzen Besuch abzustatten und die Dinge aus gesicherter Entfernung zu betrachten. In den drei Tagen die wir dort waren regnete es ohne eine einzige Unterbrechung wie aus Eimern. Es gab rund 300 mm Niederschlag, was selbst für die Westküste sehr viel ist und ungefähr dem halben Jahresniederschlag Leipzigs entspricht. Dementsprechend gut gefüllt  waren dann auch die Flüsse.

 

gut gefüllter Fluss

Um zu den Gletschern zu gelangen hätten wir durch die zahlreichen Ströme, die sich im Gletschervorfeld bildeten, durchschwimmen müssen. So blieb uns nichts anderes übrig, als die Exkursion abzubrechen.

Auf der Rückfahrt von der mit Regenwald bestandenen Westküste durch die Berge ließ der Regen allmählich nach. Um auf der Ostseite des Alpenkamms ganz aufzuhören; gleichzeitig ging der Regenwald recht schnell in Steppenvegetation über. Unglaubliche Unterschiede im Naturraum auf so kurzer Distanz. Kurz vor Christchurch hielt uns dann noch die Polizei an, Frau Professor am Steuer hatte es etwas zu eilig wieder in die Heimat zu kommen und war etwas zu schnell unterwegs.

 

Heute begann die zweite Hälfte der Vorlesungsperiode, die wiederum viel Arbeit und weniger Freizeit mit sich bringen wird. Aber danach hab ich ja wie gesagt lange Zeit frei. Außerdem hab ich immer noch nicht ganz die Hoffnung aufgegeben, dass allmählich der Frühling Einzug hält. Nächsten Freitag geht es dann zum Disturbed-Konzert, das wird ein Spaß.

 

Bis die Tage und Grüße aus dem Land der langen weißen Wolke!

8.9.08 09:33


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